John Henry Newman – Kirchenlehrer und Bildungspatron

Am 1. November 2025 wird John Henry Newman von Papst Leo XIV. zum Kirchenlehrer erhoben. Der Theologe, Philosoph und wohl bekannteste Konvertit Englands gilt vielen als geistiger Wegbereiter des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Termin für seine Ernennung wurde auf das Jubiläum der Bildungswelt im Rahmen der Feierlichkeiten zum Heiligen Jahr gelegt – und das keineswegs zufällig. Das Thema Bildung lag Newman, gerade auch in Blick auf die Kirche, zeitlebens am Herzen. Papst Leo ernannte Newman deshalb auch neben Thomas von Aquin zum offiziellen Patron des katholischen Bildungswesens.

Für Die Tagespost habe ich über Newmans Bildungsphilosophie und ihre Aktualität für die Kirche geschrieben; den Text kann man auch online nachlesen: Bildung war sein „eigentliches Anliegen“

Nachruf auf Alasdair MacIntyre

Der schottisch-amerikanische Philosoph Alasdair MacIntyre ist am 21. Mai 2025 im Alter von 96 Jahren gestorben. Er gilt nicht nur als einer der wichtigsten Wegbereiter der Wiederentdeckung der aristotelischen Ethik im 20. Jahrhundert, sondern wirkte mit seinen Überlegungen zur Bedeutung von Traditionen und Gemeinschaft für den Moraldiskurs auch weit über den Bereich der Philosophie hinaus. MacIntyre war ein intellektuell redlicher Denker, der sich in der stetigen Auseinandersetzung mit den moralischen und politischen Fragen seiner Zeit zunächst dem Marxismus, später aber immer intensiver Aristoteles und Thomas von Aquin zugewendet hat.

Für Die Tagespost habe ich einen Nachruf auf Alasdair MacIntyre geschrieben, der online nachzulesen ist: Ständiger Sucher des tugendhaften Lebens.

Bildnachweis: Sean O’Connor, Alasdair MacIntyre via Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY 2.0. Bearbeitet durch den Autor (Schwarz-Weiß, monochromer Hintergrund).

Myisha Cherry: Failures of Forgiveness

In ihrem 2023 erschienenen Buch Failures of Forgiveness. What We Get Wrong and How to Do Better unterzieht die US-amerikanische Philosophin Myisha Cherry verschiedene Weisen unseres Umgangs mit dem Thema Vergebung einer eingehenden Kritik. Während Vergebung unbestritten eine zentrale Rolle für das Zusammenleben von Menschen in fast allen gesellschaftlichen Bereichen spielt, weist Cherry darauf hin, dass die Forderung, anderen zu vergeben, nicht selten bestimmten Gruppen einseitig die Verantwortung zuweist, mit geschehenem Unrecht umzugehen. Soziale Missstände und strukturelle Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft würden so zugedeckt und perpetuiert. Hinter alldem vermutet Cherry ein falsches Verständnis von Vergebung, gegen das sie in ihrem Buch argumentiert.

Meine Besprechung von Failures of Forgiveness ist in Band 13 der Zeitschrift für philosophische Literatur (Zfphl) erschienen und kann hier nachgelesen werden.

Die Grenzen unseres Wissens vom Guten

Der Hinweis darauf, dass unser Wissen vom Guten beschränkt ist, ist kein Vorrecht des ethischen Skeptikers, der grundsätzlich die Möglichkeit objektiver Erkenntnis in ethischen Fragen bestreitet. Auch wenn wir an der Objektivität ethischer Urteile festhalten wollen, kommen wir nicht umhin anzuerkennen, dass unserem Erkennen im Bereich des Handelns Grenzen gesetzt sind – Grenzen, die sich so in anderen Bereichen der Wirklichkeit nicht finden. Eine Auseinandersetzung mit ihnen ist durchaus fruchtbar und für die Ethik gewinnbringend. […]

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